Sivrialan ist das Dorf, das zum Provinzstadt Sivas und der Landkreis Sarkisla angehört. Sivrialan kann Anspruch zum Titel der Perle von zentralem Anatolien wirklich legen. Es ist einer jener seltenen Plätze, die einen speziellen Platz für selbst im Verstand und in den Herzen von jedermann bilden, das sie besucht. Jeder Besucher hier (sogar der gut-gereiste Tourist) glaubt, als ob er zu einem Platz gekommen ist, der zu seiner ganzer vorhergehenden Erfahrung sehr unterschiedlich ist. Die eine Anziehung, über die Dorfbevölkerung am stolzesten sind, ist die natürliche Schönheit dieses Landes. Das Dorf hat Berge, ein kleine Fluß und Wälder, und weite Prärien. Die größte Anziehung für einen Besucher, der herkommt, soll einen Platz besuchen, der bis jetzt durch kommerziellen Tourismus unberührt ist.
Sivrialan liegt 1836 Meter über den Meeresspiegel, weit über den Durchschnittshöhe in der Türkei und wie man sich vorstellen kann, gibt es sehr viel Schnee in Winterzeiten. Man kann fast mit Tirol in Österreich vergleichen, da auch nicht viel höher ist. Ein Viertel der Dorffläche bedecken die Wälder. Es sind viele gebiettypische Baumarten ( Rot, gelb, schwarz,-Kiefer, viele arten von Pappel) vorhanden. Die Waldflächen gehören zu den geschützten National Park von Yozgat. In diesem Wälder leben unterschiedliche Tierarten. Um einige aufzuzählen müsste man Braunbären, Wölfe, Füchse, Wildschweine, Waldhasen, aber auch unterschiedliche Schlangenarten nennen.
Die ersten Menschen sind mit alle Wahrscheinlichkeit ca. 5500 Jahre vor Christus in diese Gebiet besiedelt. Leider gab es bis jetzt sehr wenig Forschungen in dieser Richtung. Es wird angenommen, dass die Menschen schon in Kupferzeit in Sivrialan lebten. Man findet immer noch zahlreiche Keramikteile in den Gebiet, den ca. 1 Km südlich von Dorfzentrum Kale nennt. Die ersten Türken, damals noch Osmanen besiedelten Sivrialan ca. vor 400- 500 Jahren. Davor lebten Armenier in dieser Gebiet, es gibt auch leider nichts, außer paar Geschichten, die alte Dorfleute erzählen, was an diese Zeit erinnert. Die Aleviten, die nach Sivrialan gekommen sind, waren Flüchtlinge, die Verfolgten der anatolischen 'Kizilbas', der 'Vorläufer' der heutigen Aleviten durch den osmanischen Sultan Selim Yavuz im 16. Jahrhundert.
Sivrialans jetzige Bevölkerung besteht ausschließlich aus türkischen Aleviten. Die Aleviten haben sich zur einer naturverbundenen, toleranten, weltoffenen, Bescheidenheit und Nächstenliebe ausstrahlende Konfession des Islam entwickelt. Die Aleviten lehnen die Schariat (Gesetzeskodex im orthodoxen Islam ) und die Sunna (Verhaltensformen und -techniken im orthodoxen Islam ) ab und treten für Religionsfreiheit (Laizismus), Menschenrechte ,Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft ein. Aufgrund dieser liberalen Lebensauffassung wurden sie immer wieder Opfer der gnadenlosen Verfolgung durch die orthodoxen Moslems. Zur Zeit des Yavuz Sultan Selim's wurden die Aleviten im Osmanischen Reich zu Zehntausenden massakriert.
Mit der Gastarbeiterwelle in den 60er Jahren kamen viele Sivrialanier aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland mit der Absicht in kürzester zeit Geld zu verdienen, um sich in der Heimat ihre Zukunft zu sichern. Die meisten hofften, später in einer der türkischen Großstädte ein Geschäft eröffnen zu können. Die rapide Verschlechterung der Wirtschaftslage in der Türkei führte dazu, dass die meisten nicht zurückkehrten. Sie kommen nur noch in Sommer nach Sivrialan. Daher sind Wintermonate sehr Still, es leben wenige Familien dauerhaft in Sivrialan. Die Sivrialanier, die nicht nach Europa abgewandert sind leben in Ankara, Mersin und in Istanbul.
Die Sivrialanier haben aber ihre Heimat nicht vergessen, Nein, ganz zum Gegenteil. Sie haben sehr viel für dieses Dorf investiert. Sie haben wunderschöne Häuser deutscher Stil erbaut. Sivrialan hat ohne die Staatliche Hilfen aus eigener Hand das Wasser und die Abwasserprobleme gelöst. Sivrialan verfügt über eine zentrale Wasserversorgung, das Wasser kommt direkt von einem Quelle nördlich von Sivrialan. Zur Abwasserentsorgung existiert ein Kanalisationssystem. In Sivrialan wird Umweltschutz groß geschrieben. Viele der neuen Häuser haben Solarzellentechnologie mitintegriert, und gewinnen ihre Energie durch die Sonnenstrahlen. In eine ihre Artikel beschrieb die bekannte Kolumnistin Meral Tamer erstaunt, ,,die Türken in Europa leben in Gettos mit ihren eigenen Kulturen, nun ist in Sivrialan gleiche passiert. Nur in umgekehrte Richtung. Asik Veysel´s Heimat Sivrialan müssen Sie sehen, sie haben Europa nach Sivas geholt, Sivrialan ist vor der Türkei in die EU beigetreten,,. In Sivrialan sind die Strassen asphaltiert. Sivrialan hat zwei Schulen (eine geschlossen), eine Moschee, 2 Lebensmittelgeschäfte, 2 Teehäuser um nur die wichtigsten Einrichtungen zu nennen. Die infrastrukturellen Voraussetzungen Sivrialans können - gemessen am landesüblichen Durchschnitt - insgesamt als extrem gut bewertet werden.
Zur Musik und Kultur Es findet jedes Jahr eine Asik Veysel Festival statt, wo Hunderte von Besucher nach Sivrialan kommen. Asik Veysel war der letzte bedeutender Repräsentant der Volksdichter in der Türkei. Der hier 1894 geborene Volksdichter starb am 21 März 1973 in Sivrialan. Er war der Sohn eines armen Landarbeiters. Mit sieben Jahren hat er die Pocken bekommen. Infolge diesen wurde er blind. Damit er Zeit vertreiben kann, hat man ihm ein Musikinstrument "Saz" in die Hand gegeben. So begann er darauf zu spielen und Gedichte aufzusagen. Von dem Volkssänger Camsili Ali Aga hat er Unterricht genommen. Er machte die Bekanntschaft mit den Volksdichtern, die zwischen den Dörfern herumziehen, erweiterte somit seine Erfahrungen. Nach 1928 zog er als Volkdichter von Dorf zum Dorf. Nachdem er 1931 beim Fest den Volksdichtern in Sivas teilnahm wurde, sein Name berühmt. Um bei der zehnten Jahrestagfeier der Republik ein Gedicht aufzusagen war er drei Monate zu Fuß unterwegs nach Ankara. Nach diesen besuchte er weitere Großstädte der Türkei, machte die Bekanntschaft mit Gelehrten, die der Folkore großen Wert maßen und veranstaltete Programme in Radio Istanbul. Durch die Unterstützung von A. K. Tecer hat er 1941 seine Gedichte in der Ülkü Zeitschrift veröffentlicht. Zwischen 1942-1944 unterrichtete er in Arifiye und Hasanoglan, später im Institut Cifeler Dorf in Eskisehir Volkslieder und das Spielen des Musikinstruments Saz.
Während der Republikzeit war Asik Veysel der größte Vertreter der türkischen Volkdichtungstradition. Innerhalb den traditionellen Gesang hat Asik Veysel Themen wie Natur, Lieben, Mystik und gesellschaftliche Ereignisse bearbeitet, wobei er auch die derzeitigen kulturellen Gegebenheiten hineinbezog. Im Gegensatz zur seiner Blindheit hatte er eine heitere, verständliche und optimistische Seelen Welt. Er verwendet in seinen Gedichten Volkstümliche Redensarten und eine reine Sprache. Er glaubte an die Wissenschaft und an den Fortschritt, unterstützte die Demokratie und die Heimatliebe. Es befindet sich eine Asik Veysel Museum in Sivrialan. "Meine Sorgen kann ich keinen sorgenlosen Menschen erzählen." Asik VEYSEL Viele Sivrialanier können "Saz" spielen. Bei der Saz handelt es sich um ein sehr altes Instrument, das ursprünglich Kopuz hieß. Es wurde von Mittelasien über Mesopotamien nach Anatolien gebracht und dort weiterentwickelt. Die Saz-Familie - vom kleinsten bis zum größten Instrument dieser Gattung - heißt Meydan. Dazu gehören Divan, Divanbozmasi, Tanbura, Cögür und die Cura. Die Saz hat jedoch mehrere verschiedene Namen, so heißt sie im Nahen Osten Buzuk, am Balkan und in Europa Baglama, Irizva und Tamburitsa. Vormals wurde die Saz nur für traditionelle Musikstücke verwendet. Heute jedoch findet sie auch ihren Platz in Musikrichtungen wie Jazz, Pop, Austropop und sogar bei symphonischen Konzerten.
Sivrialan hat leider keine Hotels, aber Gastfreundliche Menschen, die Sie aufnehmen werden, oder Zelten bietet sich an. Neben Wandern und Mountenbiking wollen sie neue Kulturen und Menschen kennen lernen? Worauf warten Sie noch?
Besuchen Sie doch einfach Sivrialan, wo Wintermonate mit weiße Schnee bedeckt und sonst immer alle töne von Grün, Gelb bis Rot zu bewundern ist. Sie werden Sivrialan mit ihre Bergen und ihre Umwelt durch ihre Natürlichkeit einfach lieben.